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green 01/2016

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Kurzübersicht

Die Zeitschrift für alle Aspekte des nachhaltigen Planens und Bauens

Details

In Deutschland fehlen Hunderttausende bezahlbarer Wohnungen. Verbände der Wohnungswirtschaft fordern daher, den energetischen Standard im Neubau zu senken, um schneller und günstiger bauen zu können. In Großbritannien ist dies bereits geschehen: Die Regelung, derzufolge ab 2016 alle Wohnungsneubauten CO2-neutral sein sollten, wurde im vergangenen Jahr von der Regierung gekippt. Auch hier mussten hohe Baukosten und der Wohnungsmangel als Begründung herhalten.

In Deutschland verwehren sich die Regierung und die Bundesarchitektenkammer zu Recht gegen geringere Standards. Denn die Wohnungen, die wir heute errichten, werden erst in 30, 40 Jahren zum ersten Mal saniert. Bis dahin heizen sie mit ihren CO2-Emissionen den Klimawandel an. Also wäre es fatal, ausgerechnet an ihrer Energieeffizienz zu sparen.

Dennoch bleibt festzustellen, dass sich hohe Energieeffizienz − gerade bei Sanierungen − oft nicht »rechnet«. Auch viele der Bauten in dieser Ausgabe von Detail green waren nur finanzierbar, weil der Staat Fördergelder dazugab oder der Bauherr auch andere Aspekte − etwa einen Imagegewinn durch ökologisches Bauen − in seine Rechnung einpreiste. 

Scheinbar ist der geringe Ölpreis schuld an der fehlenden Wirtschaftlichkeit, doch der Grund liegt tiefer: CO2-Emissionen aus Gebäuden sind in Europa nach wie vor kostenlos, da sie nicht vom Emissionshandel der EU erfasst werden. Das Umweltbundesamt schätzt, dass jede Tonne CO2 den Emittenten mindestens 80 Euro kosten müsste, um die dadurch verursachten Klima- und Umweltschäden zu kompensieren. Zwar sind steigende Kosten stets unpopulär. Doch ein CO2-Preis würde energieeffizientes Bauen und erneuerbare Energien deutlich rentabler machen als heute. Und damit würden vermutlich auch viele der komplexen Förderprogramme und Energievorschriften, mit denen Architekten heute zu kämpfen haben, mittelfristig verzichtbar